Vortragsreihe Bildung, Erziehung und Neurowissenschaften
am Pädagogium Baden-Baden
Was genau passiert beim Lernen in unseren Köpfen? Wie können Schule und Eltern einen Lernprozess optimal begleiten und fördern? Welche Auswirkungen haben Medien wie Fernsehen und Computerspiele auf unserer Kinder?
Die Neurowissenschaften und hier allen voran die Hirnforschung liefern aktuelle Antworten auf diese und andere Fragen. Spannende und überraschende Ergebnisse wurden in den letzten Jahren über die Funktionsweise unseres Gehirns gesammelt, und die sind vor allem von großer Bedeutung, wenn es um Bildungs- und Erziehungsprozesse geht.
In Zusammenarbeit mit dem Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen in Ulm, gegründet vom bekannten Hirnforscher Prof. Dr. Manfred Spitzer, startet das Pädagogium Baden-Baden im aktuellen Schuljahr seine Vortragsreihe zu diesen Themen.
Die Vorträge
Datum:
Mittwoch, 29. Juni 2011
Thema:
Medien im Visier: Auswirkungen von TV, PC & Co.
Referentin:
Susanne Häberle, Transferzentrum für Neurowissenschaften & Lernen, Ulm
Eingeladen waren alle Interessierten, wobei gerade für Eltern, Lehrer und Menschen aus den Bereichen Bildung und Erziehung die Vortragsreihe eine Menge interessanter und nützlicher Tipps gab.
Im Anschluss an den Vortrag bestand die Möglichkeit des Austauschs und der Diskussion mit der Referentin.
Datum:
Dienstag, 24. Mai 2011
Thema:
"Alles Neuro?!" Was die Hirnforschung verspricht und nicht halten kann.
Was ist dran an der Hirnforschung, ihren Behauptungen und vielen Versprechungen?
Ein Weg in eine bessere Zukunft oder überzogene Utopien?
Der Wissenschaftsjournalist Ralf Caspary, seit Jahren mit den Ergebnissen und Versprechungen der Hirnforscher vertraut, benennt die Irrtümer der Neurowissenschaft und ihre wunderbaren Heilsmythen.
Hat der freie Wille ausgedient?
Sind wir nur noch Bioautomaten?
Hilft uns die Hirnforschung beim Lernen?
Und was verbirgt sich hinter den Parolen von Zeitfenstern oder Dopaminschaltern?
Datum:
Dienstag, 05. April 2011
Thema:
Hirnforschung für Schule und Unterricht?! Na klar!
Referentin:
Elke Winter Lehrerin für Physik und Mathematik am Gymnasium in Hessen Mitarbeiterin am Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen, Ulm
Weltweit stehen wir am Anfang einer Integration von Gehirn- und Bildungsforschung. Die bisherigen Ergebnisse machen die vielfältigen Bezüge zwischen Gehirnforschung einerseits und Bildung andererseits deutlich.
Das Lernen findet im Kopf statt oder gar nicht. So formulierte ein Pädagogikprofessor pointiert und implizierte damit, wie wichtig es ist, die neurobiologischen Grundlagen von Lernprozessen zu beachten.
Lernprozesse erfolgen nicht immer gleich gut, gleich schnell und gleich nachhaltig. Wesentliche Determinanten des Lernens sind Emotionen, Motivation und Aufmerksamkeit. Handelte es sich bei diesen Prozessen bis vor einigen Jahren noch um relativ weiche Konzepte der Psychologie, so konnte die moderne Neurobiologie mit Hilfe von bildgebenden Verfahren, die genannten Prozesse und deren Auswirkungen auf Lernvorgänge auf bislang nicht da gewesene Weise aufklären. Diese Ergebnisse sind für die Gestaltung von Lernumgebungen und Lernprozessen insgesamt wichtig. Dies wird anhand von Beispielen verdeutlicht, an einzelnen Experimenten nachvollzogen und in ihrer Relevanz für taugliche Lernsituationen diskutiert.
Referentin Frau Elke Winter mit Schulleiter Herrn Andreas Büchler
In dem Vortrag "Was Hänschen nicht lernt? - Hirnforschung und Lernen" am 09. Februar 2011 ging es um hirnfreundliches und nachhaltiges Lernen. Norbert Scholz informierte zunächst über Bau, Entwicklung und Arbeitsweise des Gehirns. Dann verdeutlichte er mit Hilfe kleiner Demonstrationen und Experimente, wie das Gehirn lernt und welche Rahmenbedingungen für effektives Lernen, langfristiges Behalten und kreatives Einsetzen von Wissen verantwortlich sind.
Referent Norbert Scholz (Mitte) vom Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen nach dem Vortrag im Gespräch mit Bürgermeister Michael Geggus (links) und Schulleiter Andreas Büchler (rechts).