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Jugendliche und Profimusiker teilen sich ein Pult: das ist das Grundprinzip der im September 2008 von der Philharmonie Baden-Baden ins Leben gerufenen Jugendakademie. Und die erfolgreiche Tendenz dieses Projekts, das im vergangenen Jahr seinen ersten großen öffentlichen Auftritt im Benazetsaal des Kurhauses hatte, wird in 2010 fortgesetzt, wie Organisatorin Borinna Baleff bei einem Pressegespräch erklärte. Und das ist noch untertrieben, denn für das fast ausverkaufte Konzert am Donnerstag, 17. Juni, um 19 Uhr, im Festspielhaus, hat sich die Jugendakademie neben Werken von Tschaikowsky und Mendelssohn Bartholdy nach der Pause Carl Orffs "Carmina Burana" vorgenommen. Dabei wird neben den rund 80 jugendlichen Musikern ein aus 450 Mitgliedern bestehender Chor auf der Bühne stehen. Seit etwa einem dreiviertel Jahr finden bereits Proben statt, berichtete Dr. Franz van Erckelens von der Patronatsgesellschaft: "Hier wird ein riesiger pädagogischer Auftrag erfüllt". Und Philharmonie-Chefdirigent Pavel Baleff bestätigt, dass die Jugendlichen praktisch wie Profis behandelt werden, "weil sie schon eine professionelle Einstellung zu den Proben mitbringen". Nachdem zunächst die verschiedenen Instrumentengruppen - angeleitet durch Mitglieder der Philharmonie als Akademiedozenten - geprobt hatten, finden nun die gemeinsamen Endproben statt, von denen Dozent Holger Bronner berichten konnte, dass man sich "auf einem guten Kurs" befinde. Parallel sorgte Dirigent Uwe Serr dafür, dass aus den Chören des Pädagogiums Baden-Baden, des Goethe-Gymnasiums Gaggenau und des Ludwig-Wilhelm-Gymnasiums Rastatt sowie dem Vokalensemble "Lucida vallis" eine große homogene Chorgemeinschaft wurde. Finanziell ermöglicht haben das Projekt der Jugendakademie eine Reihe von Unterstützern, wie der Rotary Club Baden-Baden Merkur, der eine langfristige Patenschaft übernommen hat, die Bürgerstiftung Baden-Baden sowie zahlreiche kurstädtische Unternehmen und Einrichtungen. Und weil deshalb durch die Eintrittseinnahmen im Festspielhaus am Ende sogar ein Überschuss bleiben wird, darf sich die Stulz-von-Ortenberg-Schule am Kinder- und Jugendheim in Lichtental freuen. Nachdem dort bereits vor einigen Jahren eine Bildungsgang übergreifende Bläserklasse gegründet wurde, gibt es seit dem Schuljahr 2009/2010 ein eigenes Schulorchester. Heimleiter Hans-Peter Becker und Bläserklasse- und Orchesterleiter Jürgen Langmaier freuen sich deshalb, nun bald noch weitere Instrumente für das Schulensemble anschaffen zu können.
Michael Schneider
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