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Mit vier Jahren schon in der Schule
(Baden-Baden) - Der Donnerstag ist für die vierjährige Laura ein ganz besonderer Tag. "Da gehe ich in die Schule", verkündet sie stolz und übertreibt damit nicht. Zusammen mit 20 anderen Kindern aus dem Kindergarten des Pädagogiums macht sie sich einmal pro Woche auf den Weg in die nahe gelegene Grundschule. Bis sie ganz offiziell eingeschult wird, dauert es zwar noch rund zwei Jahre, aber schon jetzt ist sie mit Feuereifer dabei, wenn es darum geht, im "Bildungshaus" gemeinsam mit den Großen, den Erst-, Zweit- und Drittklässlern, Spannendes zu entdecken und zu erleben: Es wird gebastelt, gebacken, gesungen, gespielt und experimentiert - und fast wie von selbst lernt Laura dabei viele Dinge, die sie fit machen für den reibungslosen Übergang in die erste Klasse. Vor rund zwei Jahren wurde das Projekt "Bildungshaus" am Pädagogium gestartet. "Mutige Pädagogen" begannen seinerzeit mit dem Modellprojekt für Kinder von drei bis zehn Jahren . Ziel ist eine noch bessere Verzahnung der pädagogischen Arbeit von Kindergarten und Grundschule. In institutions- und jahrgangsübergreifenden Spiel- und Lerngruppen werden die kognitiven, emotionalen, sozialen und motorischen Fähigkeiten der Kinder gefördert. Am Ende der zweijährigen Bildungshaus-Phase sollen sich die Kindergartenkinder in punkto Lernvoraussetzungen und Wissen auf annähernd einheitlichem Niveau befinden und damit gute Voraussetzungen für den Start in eine erfolgreiche Schullaufbahn mitbringen. Das Projekt "Bildungshaus" ist kein Ersatz für die Vorschule, sondern wird ergänzend zum wöchentlichen Vorschul-Angebot im Kindergarten durchgeführt. Insgesamt vier Pädagoginnen - zwei aus dem Kindergarten und zwei aus der Grundschule des Päda - betreuen die beiden Gruppen. Die einzelnen Lerninhalte werden von den Fachkräften gemeinsam geplant und umgesetzt. Wichtiger Bestandteil der Arbeit ist das anschließende gemeinsame Reflektieren der Entwicklung jedes Kindes mit dem Ziel einer bestmöglichen individuellen Förderung. "Wir setzen auf aktives Lernen in einer anregenden Umgebung", berichtet Astrid Büchler, die Vertreterin des Schulträgers und schildert, auf welch unterschiedliche und kreative Weise man sich zum Beispiel dem Thema "Vom Löwenzahn zur Pusteblume" nähern kann: Eine Bilderbuchbetrachtung, ein Spaziergang, bei dem eine Löwenzahnpflanze mit allen Sinnen erforscht wird, und die Anfertigung eines Löwenzahn-Bildes gehören im "Bildungshaus" ebenso dazu wie schließlich der Spaß am gemeinsamen Pusten. Auch die Grundschüler profitieren sehr von der engen Kooperation zwischen Kindergarten und Schule: Vielen der Erst-, Zweit- und Drittklässler kommt die spielerische Vermittlung der Lerninhalte noch sehr entgegen. Und in der Gemeinschaft mit ihren "Patenkindern" lernen sie Geduld aufzubringen, zu erklären und zu helfen, wo es nötig ist, kurzum sie üben sich - und das mit großer Begeisterung - in sozialer Kompetenz. "Nach unseren bisherigen Erfahrungen ist das 'Bildungshaus' ein ausgezeichnetes Instrument, um Kindern eine bruchlose Bildungsbiografie zu ermöglichen", zieht Astrid Büchler eine durchweg positive Zwischenbilanz der ersten beiden Jahre.
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