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In seinem Grußwort wies Bürgermeister Kurt Liebenstein schon darauf hin: Das Pädagogium hat in Baden-Baden im schulischen Bereich schon immer eine Vorreiterrolle gespielt. So ist es auch kein bisschen überraschend, dass das "Päda" als erste Schule in der Stadt im Bereich Evaluation dieser Rolle gerecht wird und deshalb am vergangenen Mittwoch in einer kleinen Feierstunde in der Aula Schulleitung und Evaluationsteam das Siegel für "Qualitätszentrierte Schulentwicklung" aus den Händen von Karsten Hammer von MTO (Mensch - Technologie - Organisation) entgegennehmen durften. Rund zwei Jahre hat der Evaluationsprozess gedauert, doch mit dem Thema Schulentwicklung, darauf wies Schulleiter Andreas Büchler in seiner Begrüßung hin, hat man sich am Pädagogium schon länger beschäftigt. Gezwungenermaßen, denn als Schule in freier Trägerschaft, so Büchler, stand man schon immer im Wettbewerb und musste entsprechende besondere Qualitäten aufweisen und sich weiterentwickeln, um zu bestehen. Als Beispiel nannte er etwa die Einführung der Ganztagesschule am Pädagogium. Ein Modell, das heute allerorten propagiert werde. Im Jahr 2005 sei dann ein eigenes, sechsköpfiges Evaluationsteam, das EVA-Team, bestehend aus Lehrern verschiedener Schulsparten sowie Mitabeiterlnnen aus dem Internats- und Freizeitbereich, eingesetzt worden. Doch schon bald habe man einsehen müssen, dass es alleine und ohne professionelle Hilfe nicht gehe. So wurde nach weiteren Schulen gesucht und diese auch mit der Realschule Rheinmünster, der Handelslehranstalt Bühl und der Haupt- und Realschule Iffezheim gefunden, die bereit waren, sich ebenfalls einem Evaluationsprozess zu unterziehen. Mit der Firma MTO aus Tübingen konnte zudem ein professioneller Partner engagiert werden. Bei dem von MTO verfolgten Konzept der qualitätszentrierten Schulentwicklung wird Schulentwicklung mit dem in der Wirtschaft schon lange angewandten Konzept des Qualitätsmanagements verbunden. Carsten Bangert und Matthias Fischer vom EVA-Team gaben dann einen kurzen Rückblick auf den eigentlichen Evaluationsprozess. Angefangen bei der Fortbildung des EVA-Teams durch MTO, ersten größeren Umfragen im Haus zur Zufriedenheit von Schülern, Eltern und Mitarbeitern, die durchweg "sehr schöne Ergebnisse" hervorbrachten, die Zufriedenheitsquote lag jeweils bei über 90 Prozent. Soweit Defizite festgestellt wurden, arbeite man bereits an deren Abstellung, zudem an der kontinuierlichen Weiterentwicklung im Sinne von QZS. Im Juni erfolgte dann die Bewerbung für die Verleihung des Gütesiegels. Hierfür wurde den Projektleitern von MTO umfangreiche Dokumentationen aller Aspekte des Schulbetriebs und sowie das Qualitätsleitbild aufbereitet und bereitgestellt. Karsten Hammer von MTO erklärte dann auch, dass mit dem heute verliehenen Siegel bestätigt werde, dass die gesetzten Ziele nach dem Leitfaden auch umgesetzt wurden und werden. Zwar gebe es bereits zahlreiche Schulen, die sich an dem QZS-Leitfaden orientierten, doch das Pädagogium Baden-Baden sei erst die vierte Schule in Deutschland überhaupt, die das Qualitätssiegel verliehen bekomme - Vorreiter eben. Dass die qualitätszentrierte Schulentwicklung mit der Verleihung des Siegels nicht endet, ist allen bewusst. Und so konnten bereits eine ganze Reihe von Themen präsentiert werden, die teilweise bereits zum kommenden Schuljahr umgesetzt werden sollen. Dazu gehören eine noch individuellere Ausgestaltung des Freizeitangebots, der Ausbau der Lernbegleitung durch Fachlehrer, die Einführung einer "variablen" Doppelstunde im Unterricht sowie langfristig unter dem Motto "Lehrer als Gastgeber" der Wechsel vom "Klassenzimmer" zum "Lehrerzimmer". Jeder Lehrer hätte dann einen individuell - auch mit Medien und Bibliothek - ausgestatteten Unterrichtsraum, in den die Schüler "gewandert" kämen. Bevor es an die Arbeit zur Umsetzung dieser Ziele geht, konnte sich das EVA-Team mit der Verleihung des QZS-Siegels schon einmal "auf dem richtigen Weg wähnen". Michael Schneider
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