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Von Annette Borchardt-Wenzel Baden-Baden. Was hat Zeitung lesen mit den Leistungen in der Schule zu tun? Offenbar sehr viel. "Zeitung lesende Schüler schreiben die besseren Noten", fasst Klaus Gaßner, der Leiter der BNN-Gesamtredaktion, das Ergebnis einer wissenschaftlichen Studie zusammen. Doch Lesen hat bei Kindern und Jugendlichen derzeit eher wenig Konjunktur. Viele behaupten, dass sie sich die Informationen, die sie benötigen, einfach online besorgen. Freilich neigen gerade junge Leute dazu, Dinge, die sie irgendwo im Internet aufgeschnappt haben, ohne langes Nachdenken über die Herkunft der Information für bare Münze zu nehmen. Die Lust am Lesen und richtiges Informationsverhalten sind nicht angeboren - das muss erlernt werden. Dazu will das BNN-Projekt "Zeitung in der Schule" beitragen. Nach der guten Resonanz in den Vorjahren ist das Projekt jetzt in eine neue Runde gegangen. 33 Schulklassen aus dem gesamten Verbreitungsgebiet der Badischen Neuesten Nachrichten von Odenheim im Norden bis Ottenhöfen im Süden und Pforzheim im Osten sind diesmal dabei. Da weitere zehn Klassen an einem etwas modifizierten Programm teilnehmen, werden insgesamt rund 1 000 Schülerinnen und Schüler hautnah erleben, wie Zeitung gemacht wird. Vertreten sind alle Schulformen - von der Haupt- über die Realschule bis zum Gymnasium. Wie das Projekt "Zeitung in der Schule" funktioniert, stellte Redaktionsleiter Klaus Gaßner den Lehrerinnen und Lehrern in Karlsruhe vor. Vier Wochen lang erhalten die teilnehmenden Klassen für jeden Schüler ein Exemplar der Badischen Neuesten Nachrichten. Darin können die Mädchen und Jungen nach Herzenslust schmökern - aber natürlich sollen die Zeitungen auch als Unterrichtsmaterial genutzt werden. Die Lehrer erhielten dazu Unterlagen mit "Impulsen für den Unterricht", die von den BNN und der Stiftung Lesen erarbeitet wurden. Aus der journalistischen Praxis berichten dann BNN-Redakteure, die die Klassen besuchen und sich schon jetzt auf viele Fragen rund um die Tageszeitung freuen. Richtig spannend wird es, wenn die Schülerinnen und Schüler selbst Schlagzeilen machen: Für eine eigene Zeitungsseite sollen sie als Reporter unterwegs sein, recherchieren, Interviews führen und Texte schreiben. Das Ergebnis wird in der Zeitung präsentiert. Was für die Schüler eine große Herausforderung ist, gehört für die Redaktion zum täglichen Geschäft. Die Badischen Neuesten Nachrichten, so erläuterte Klaus Gaßner, produzieren im Schnitt täglich rund 80 Nachrichtenseiten mit jeweils etwa 30 000 Anschlägen - das entspricht dem Umfang eines Taschenbuches. Freilich ist es mit der Arbeit der Journalisten nicht getan. Tausende von Menschen sind daran beteiligt, dass jeden Tag eine Zeitung bei den Lesern ankommt. Einen Eindruck davon erhalten die Schüler bei einem Besuch des BNN-Verlagsgebäudes in Karlsruhe-Neureut. Die Führung durch den technischen Betrieb begeistert erfahrungsgemäß auch diejenigen, die sich mit dem Schreiben eher schwer tun. Der Anblick der Druckmaschinen und der Papierbahnen, die mit 40 Kilometern pro Stunde durch die Rotation rauschen, dürfte vielen Schülern unvergesslich bleiben.
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