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Ob es für Schulgründer Hermann Büchler im Jahr 1887 ein Leichtes war, eine geradezu revolutionär neue Bildungsanstalt wie das Pädagogium zu gründen, das wissen nur wenige. Auf jeden Fall war aber die Feier des 120. Geburtstags im Benazetsaal des Kurhauses an Leichtigkeit und Frohsinn kaum zu überbieten. "Modern, frisch und gelockert", die Bewertung des Schulvisitators in der Spielszene aus der "Feuerzangenbowle", vorgeführt von Mimen der Oberstufe, hätte das Motto für den bunten Abend liefern können. Nun ist das mit der Leichtigkeit so eine Sache, denn jeder weiß, dass eine Menge Schweiß vergossen werden muss, bevor etwas "leicht" wirkt. Allein rund 550 Schüler geordnet auf der großen Bühne zu platzieren, dürfte nicht einfach gewesen sein, wie Regisseurin Susanne Büchler und Chorleiterin Petra Föhr sicher bezeugen könnten. Leicht ging allerdings den Jungen und Mädchen aus 27 Nationen die Begrüßung in ihrer Landessprache über die Lippen, und leicht waren die rund 1000 Gäste von der Qualität der Darbietungen zu überzeugen, so begeistert reagierten sie. Andreas Büchler, der im Namen seiner Familie, die seit 1887 als Schulträger das "Päda" führt, die Gäste begrüßte, hatte ein Horoskop für seine Institution erstellen lassen. Mit den Prognosen dürfte es leicht sein, das nächste Jahrhundert zu erreichen. Mit Musik geht alles besser, und so wirbelten kleine Mozarts über die Bühne, traten aus dem Dunkel wie Glühwürmchen Tänzer der Grundschule auf, und Siebtklässlerinnen fegten mit roten Röcken kess in den Raum. Überhaupt muss man sagen: Die 120-jährige Bildungsanstalt kam ganz schön fetzig und modern daher. Es gab Samba-Rhythmen und Rap, HipHop und Breakdance. Selbst der traditionelle "Abi-Tanz" schoss sich unter dem Motto "Abi 007" auf die James-Bond-Welle ein, und ein Nachwuchs-Tom-Jones überzeugte mit "Sexbomb" sogar einen furchterregenden Drachen. Der war Teil des Theaterspiels der Klassen fünf bis sieben, die vor der Schlossberg-Kulisse eine liebevoll gestaltete Szene aus Michael Endes "Momo" aufführten. Lampenfieber erhitzte den Saal bei Sketchen, als ein recht lasziver Robin Hood mit seinen Mannen und der schönen Marfan für Ordnung in Sherwood-Forrest sorgte - das alles in fließendem Englisch. So leicht, wie sie aussah, waren auch bestimmt nicht die Nummer der Jongliergruppe oder die Darbietung der Basketballer, ebenso die Volleyball-Show und der akrobatische Landgang der Leichtmatrosen der Klasse 7b. Was das Lehrerkollegium müde erscheinen lassen könnte, ist kein Burn-out-, sondern das Work-out-Syndrom, das die "Paukerriege" durch exzessives Turnen auslöste. Temporeich ging ein Höhepunkt in den nächsten über. Angesichts des tollen Programms war es für Petra König, Kevin Schober, Kristina Koffler und Falk Windheim nicht schwer, sich eine lockere Moderation auszudenken. Festlich wurde die Atmosphäre, wenn gesungen wurde, und es summten viele im Saal mit, wenn etwa die "Päda-Sternchen" jubilierten, die Klassen acht bis elf "Beautiful" anstimmten oder die "Päda-Voices" unter der Leitung des neuen Musiklehrers Uwe Serr zu Hochform aufliefen. Besonders festlich erklang das Geburtstagslied "Ja, heut' feiern wir P-Ä-D-A", als sich die goldenen Buchstaben, die vorher von Lettergirls gezeigt wurden, zur Botschaft "120 Jahre Pädagogium" formierten. Der traditionelle Abschiedssong "Good bye Parents" beendete den Abend mit allen Jungen und Mädchen, die vor und hinter der Bühne Schweres vollbracht hatten, um eine Show voller Leichtigkeit zu gestalten.
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