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Mit einem besonderen "Präsent" überraschte Schulpräsident Werner Schnatterbeck bei der Jubiläumsveranstaltung des Pädagogiums, das am Wochenende sein 120-jähriges Bestehen mit einem Festakt beging und zugleich eine neue Phase einläutete. Ab Herbst soll mit dem Sozialwissenschaftlichen Gymnasium ein neuer Schulzweig etabliert werden. Die Genehmigung dazu übergab der Schulpräsident bei der Feierstunde. Doch bei weitem mehr als dieser Schritt sei in Zukunft erforderlich, um den Schülern eine zeitgemäße Bildung zu ermöglichen, machte Peter Struck in seinem Festvortrag deutlich, in dem sich alles um "Die 15 Gebote des Lernens" drehte. Wie es zu Pisa und anderen Tiefschlägen im internationalen Vergleich kommen konnte, machte der renommierte Erziehungswissenschaftler der Universität Hamburg in einem schwungvollen Vortrag deutlich. "Deutsche Schulsysteme betreiben eine hohe Beschämungskultur", war einer der Punkte, die er zu bedenken gab. Die Schüler hätten kaum eine Chance, aus Fehlern zu lernen, denn sie kassierten dafür postwendend eine schlechte Zensur. "Learning by doing", wie es die heutige Generation geradezu mustergültig beherrsche, sei nicht gefragt. Dabei sei gerade diese Methode bei weitem erfolgversprechender als standardisierter Frontalunterricht. Wenn diesbezüglich kein spürbarer, grundlegender Ruck durch die Bildungsebenen gehe, dann werde dies fürs erste auch so bleiben. Daran ändern vermag auch eine Institution wie das Pädagogium nichts, wie Andreas Büchler, der gemeinsam mit seinen Geschwistern Susanne und Michael das Traditionshaus leitet, erklärte. Denn auch eine Privatschule unterliege mittlerweile einer starken Reglementierung hinsichtlich ihres Lehrplans. Gegen die gemeinsamen Endprüfungen aller Schulen habe er grundlegend keine Einwände, allein der Weg, der dorthin führt, sei viel zu sehr an Vorschriften und ständiges Abprüfen der Wissensstände der Schüler geknüpft. Im Pädagogium, zu dem neben einem Kindergarten auch eine Grundschule unterhalb des Alten Schlosses gehört, werden gegenwärtig rund 700 Schüler unterrichtet, 170 sind im Internat untergebracht. Insofern sei die Schule auch als Wirtschaftsfaktor, Arbeitgeber und in Sachen Kaufkraft für die Stadt von Bedeutung, erklärte Stadtrat Werner Schmoll in seinem Grußwort.
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