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Als die sieben Schülerinnen und Schüler, die zurzeit die zwölfte Klasse des Wirtschaftsgymnasiums des Baden-Badener Pädagogiums besuchen, gestern Abend nach Hause kamen, waren sie um einige Erfahrungen reicher. Einen Tag lang hatten sie sich beim Sinzheimer Real-Markt um Spenden bemüht, um über die Kinderhilfsorganisation Terre des Hommes Straßenkinder in aller Welt zu unterstützen. Eigentlich wollten die Schüler für einen Tag selbst in die Rolle eines Straßenkindes schlüpfen, wollten Autoscheiben putzen, Einkaufstaschen tragen sowie Postkarten und Papiertaschen ganz billig verkaufen. Derlei Dinge tun auch die Straßenkinder in Lateinamerika oder Indien, um ein wenig Geld zu verdienen. Mit dem Putzen von Autoscheiben wurde es gestern allerdings nichts: Warum sollte man auch bei schlechtem Wetter die Scheiben waschen? Deshalb nahmen die Schüler Sammelbüchsen in die Hand und boten sich an, die vollen Einkaufswagen zum Auto zu schieben. Dabei machten sie die Erfahrung, dass viele Menschen äußerst zurückhaltend reagierten, vorbeirannten oder abwehrten, obwohl die jungen Menschen sehr höflich und freundlich waren. Nur selten blieb jemand trotz der Einkaufshektik vor der Leinwand stehen, auf der Bilder von Straßenkindern zu sehen waren. Auch die selbst gebackenen Plätzchen und der Kuchen wurden eher misstrauisch betrachtet, obwohl beides schmeckte. Wo die jungen Menschen auf interessierte Kunden trafen, entwickelte sich jedoch bald ein freundliches Gespräch. Begleitet wurden die sieben Schüler von ihrer Lehrerin Catarina Marzorati, die den Spanisch-Kurs am Pädagogium leitet. Für sie gehört zur Sprache auch die Kultur des Landes. Da sie aus Lateinamerika kommt, vermittelt sie ihren Schülern neben der Sprache auch die Kulturen der südamerikanischen Länder. Dazu zählt in ihren Augen auch das Leben der Straßenkinder.
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