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Seit 1995 veranstaltet das Schulfernsehen zusammen mit Lehrerkollegien pädagogische Tage beim SWR in Baden-Baden, Mainz oder Stuttgart.
Schulfernsehen - das kennen viele der 20 Lehrer im Konferenzraum noch aus eigener Erfahrung, aus ihrer Schulzeit. Aber wie sieht das Schulfernsehen heute aus? Und was heißt hier eigentlich "multimedial"? Das junge Lehrerkollegium des Pädagogiums Baden-Baden, das gerade seinen Pädagogischen Tag beim SWR in Baden-Baden beginnt, hat jede Menge Fragen parat. Woher kommt das Material für die Filme? Was kostet eine Produktion? Dürfen die Filme aufgezeichnet werden? Wie können Filme und CD-ROMs im Unterricht eingesetzt werden? Und vieles mehr. Im Laufe des Vormittags sollen die Fragen alle beantwortet werden. Claudia Rapior, Lehrerin und freie Mitarbeiterin des Multimedialen Schulfernsehens, steigt mit einem kurzen geschichtlichen Abriss des Schulfernsehens ein, das vor 30 Jahren zum ersten Mal auf Sendung ging. Damals waren die Filme noch dazu gedacht, den Lehrer in der Schulstunde zu ersetzen. Ganz anders heute: Die Filme sollen dem Lehrer helfen, seine Unterrichtsziele zu erreichen, ihn bei der Arbeit entlasten. Sie sollen die Schüler motivieren, neugierig machen auf weitere Informationen, Fragen provozieren. Auch die Technik hat sich gewaltig weiter entwickelt - Video, Internet, CD-ROM, DVD bieten ganz andere Möglichkeiten, die beim Multimedialen Schulfernsehen gezielt genutzt werden. Zum Beispiel "Kinder Afrikas", eine bilinguale Reihe, ergänzt durch Informationen und Arbeitsmaterial im Internet und in der Zeitschrift des Schulfernsehens.
Für den Vormittag steht eine ganze Reihe weiterer Filme und Multimedia-Pakete zur Auswahl. Die Lehrer des Pädagogiums suchen sich diejenigen aus, für die sie sich interessieren. Die Wahl fällt auf etliche Multimedia-Pakete und so wird zunächst ein Ausschnitt aus "USA - The sound of..." gezeigt, eine bilinguale Reihe in der zwölf Regionen der USA bereist werden. Sie werden anhand ihrer Musik und einzelner Menschen, die dort leben, vorgestellt. Claudia Rapior erklärt auch hier die Absicht, die hinter den Filmen steckt: Die Schüler werden durch die Musik angesprochen. Da die Filme auf DVD vorliegen, wird schnell deutlich, welche Vorteile dieses Medium bietet: Die Lehrer können im Unterricht zwischen der englischen und deutschen Sprachfassung wechseln, deutsche oder englische Untertitel einblenden und dank der Einsprungstellen entfällt lästiges Vor- und Zurückspielen wie beim Video. Dazu enthalten die beiden DVDs Arbeitsblätter, Songtexte, Hintergrundinfos, Unterrichtskonzepte und vieles mehr. - Eine Fülle von Material also, mit dem Lehrer arbeiten können. Claudia Rapior gibt auch hier Tipps, wie der Einsatz im Unterricht aussehen könnte und welche Aufgaben für die Schüler interessant sind. Weiter geht's mit der CD-ROM Tatort Mensch zum Thema Immunsystem - vor allem die Trickfilme, bei denen Themen auf witzige und unterhaltsame Weise aufbereitet sind, lösen beim Kollegium viel Heiterkeit aus.
Am Ende des Vormittags ist nach der Menge der Informationen nur noch die wichtigste Frage offen: Wie können Schulen eigentlich die Multimedia-Pakete erhalten? Der direkte Weg zu den Materialien, die es einmalig kostenlos gibt - für Schulen in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und dem Saarland - führt zu den jeweiligen Landesmedienzentren in Stuttgart, Koblenz und Saarbrücken. Einen Wunsch gibt's dann noch zum Schluss: Ein Multimedia-Paket, das sich für den Mathe-Unterricht eignet, "weil Schüler so schwer für Mathematik zu begeistern" sind, meint eine Lehrerin. Mittagspause, dann folgt die große Führung durch die Produktionswerkstätten des SWR-Fernsehens. Hier treten die Kollegen des Besucherdiensts in Aktion, denn sie sind diejenigen, die den Besuchern (fast) alles über Produktionsabläufe, Technik, und Berufe beim Fernsehen erzählen können. Und sie sind diejenigen, die sich perfekt im Gewirr der vielen Stockwerke, Gänge und Räume auskennen. Viele aus dem Kollegium geraten über die Weitläufigkeit der Gebäude doch ziemlich ins Staunen. Die Führung von Arno Ruf führt zu Studios, Regieräumen, Hauptschattraum, Werkstätten, Fundus und vielem mehr. Unermüdlich erzählt und erklärt er, beantwortet unzählige Fragen und hat immer wieder kleine Anekdoten parat. Nach dem informationsreichen Tag mitsamt zweieinhalbstündigem Rundgang ist die Lehrerschaft des Pädagogiums sichtlich begeistert, aber auch leicht erschöpft ... Martina Frietsch
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