Grundschule Internats- und Ganztagesschulen Staatlich anerkannt Seit über 100 Jahren die bewährte Schule für die Zukunft Ihres Kindes |
|||||||||||||||
Baden-Baden (ane). Sie besuchen die elfte Klasse des Wirtschaftsgymnasiums des Pädagogiums. Nebenbei sind sie Jungunternehmer und wollen ein Baden-Baden-Memory auf den Markt bringen. Zu großen Reichtümern werden sie mit ihrer Geschäftsidee zwar nicht kommen, aber dafür tanken sie jede Menge praktische Lebenserfahrung, wie sie der Unterricht in der Schule nur schwer vermitteln kann. Neben "Cre-Art", wie das Päda-Unternehmen heißt, sind mit Beginn des neuen Schuljahrs in Baden-Württemberg 22 weitere Juniorprojekte an den Start gegangen. Ein erstes gemeinsames Treffen hat bereits stattgefunden. Mit welchen Ideen die Mitbewerber an den Markt drängen, wollten die meisten nicht verraten, haben Finanzchef Nikolas Walter und der Vorsitzende der Gesellschaft Felix Graf dabei festgestellt. Von Taschen aus Tetrapacks war vage die Rede, auch von einer speziellen Technik zur Fasskühlung, von Kalendern und Schmuck. Die Baden-Badener Jung-Unternehmer werden bei dem realistischen Wirtschafts-Planspiel voll im Trend der Stadt liegen und setzten auf die Tourismusbranche als Abnehmer ihres Memorys, das von Motiven bestimmt ist, die fast jedem Einwohner und Besucher geläufig sind. "Die Karten werden vorder- und rückseitig auf 500-Gramm-Karton gedruckt und kaschiert", erklärt Produktmanager Stefan Stähle fachlich versiert. Kein Wunder, seinem Vater gehört der Primo-Verlag, der den Druck übernimmt. Nein, seine berufliche Zukunft sieht der Junior nicht im Familienunternehmen, obwohl ihm Betrieb und Abläufe vertraut sind. Nikolas Walter hingegen will, genau wie sein Vater, Steuerberater werden. Folglich kümmert er sich freiwillig um Buchhaltung und Fiskus. Den gibt es bei den Junior-Projekten nämlich auch. Abgaben werden an die Dachorganisation abgeführt, die sich daraus finanziert. Aber wie finanzieren sich die Schüler-Unternehmen? Zu Beginn erhalten alle 90 Anteilscheine im Wert von je zehn Euro. Diese können - ähnlich wie bei Aktiengesellschaften - frei veräußert werden. Klassenkameraden, Eltern und auch Lehrer hatten also die Möglichkeit sich in den Betrieb einzukaufen. Eine Aufgabe für die Werbeabteilung, bestehend aus Leon Dengel, Gregor Schober und Elena Simon. Während Andreas Leidinger die Homepage gestaltete, haben sie Marketingleute der Stadtsparkasse, vom Kaufhaus Wagener und der Tourismus GmbH gebeten, die Konzeption zu prüfen. "Das ist schon sehr spannend zu sehen, wie die Fachleute unsere Arbeit beurteilen", begeistert sich Elena. "Unser Hauptproblem wird der Preis sein", weiß Gregor. Mit zwölf bis 15 Euro ist das Memory nicht ganz billig. Doch weniger ist kaum möglich, weil am Ende des Projekts der wirtschaftliche Erfolg gemessen und mit dem der Konkurrenten aus anderen Schulen verglichen wird. Auch ein Gehalt müssen sich die Jungunternehmer aus dem laufenden Betrieb bezahlen. Auf 70 Cent die Stunde haben sie sich geeinigt. Wenn die Päda-Unternehmer ihr Startkapital in den Sand gesetzt haben, ist es futsch - so wie im realen Unternehmerdasein auch.
|
|||||||||||||||