Eine Therapeutin des Legasthenie Instituts Karlsruhe (LIK) führt Legasthenie-Therapien am Pädagogium durch.
Frau Barbara Rehm ist eine akademische Fachkraft, die nicht nur eine spezielle Ausbildung über den Aufbau der Schriftsprache und deren besonderen Schwierigkeiten für Legastheniker durchlaufen hat, sondern auch pädagogisch und psychologisch geschult ist.
Legasthenie ist eine Lernstörung, bei der die spezifischen, für das Schreiben und Lesen erforderlichen Wahrnehmungs- und Zuordnungsleistungen nicht oder nur unvollständig erbracht werden. Bei dem speziellen Legasthenie-Programm - entwickelt von der Leiterin des Legasthenie Instituts Karlsruhe, Dipl. Psychologin Jutta Schöniger - mit welchem die Therapeutinnen arbeiten, steht deshalb der lautanalytische Aspekt der Sprache im Vordergrund. Auf der Grundlage des Aufbaus der auditiven, visuellen und kognitiven Wahrnehmung, der Schreibmotorik und der Unterstützung der Sprechmotorik werden die Rechtschreibregeln systematisch entwickelt. Häufig sind zudem spezielle Trainingsmaßnahmen für Gedächtnis, Konzentration und Arbeitsverhalten und/oder psychologische Interventionen zum Aufbau eines gesunden Selbstwertgefühls notwendig, die in die Therapie integriert werden.
Für die Arbeit mit Legasthenikern ist es sehr wichtig festzustellen, wo die Probleme des einzelnen Schülers liegen. Daher stehen am Anfang einer Therapie die Durchführung und Auswertung eines qualifizierten Rechtschreib- und Lesetests. Für jeden Schüler wird dann nach inhaltlichen und pädagogischen Gesichtspunkten ein individueller Therapieplan erstellt. Nun kann die Therapeutin die individuellen Schwierigkeiten systematisch in kleinsten Lernschritten angehen. Die Formen der Legasthenie sind sehr verschiedenartig. Zudem treten bei vielen Legasthenikern Verhaltensauffälligkeiten auf (z.B. Konzentrationsstörungen, allgemeine Leistungsunlust, Ängstlichkeit oder Aggressionen). In den meisten Fällen sind solche Störungen Folgen der Legasthenie.
Um den individuellen Besonderheiten gerecht zu werden, werden ausschließlich Einzeltherapien durchgeführt. Dadurch wird es auch möglich, dass auf jeder Alters- und Schulstufe Erfolg versprechend gearbeitet werden kann. Auf diese Art und Weise ist sichergestellt, dass die individuellen Schwierigkeiten im Fach Deutsch Schritt für Schritt abgebaut werden. So erreichen die betroffenen Schüler Erfolgserlebnisse; dabei wird auch ihr Selbstbewusstsein gestärkt.
Eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit Eltern bzw. Betreuern und Lehrern ist für die optimale Unterstützung der Therapie wichtig.
Die Therapien finden einmal in der Woche statt und werden ergänzt durch ein Übungsprogramm, das der Schüler selbstständig außerhalb des therapeutischen Rahmens bearbeitet.